|
|
|
 |
 |
 |
 |
STUDIEN- & BERUFSWAHL, EIN KINDERSPIEL? |
 |
|
|
(780 Wörter)
Studien- & Berufswahl, ein Kinderspiel?
Ganz so leicht scheint es nicht zu sein, denn 55.000 brechen jährlich ihr Studium ab und 115.000 beenden ihre Lehre nicht. (1)
Was macht eigentlich die Studien- & Berufswahl so schwierig? Ganz einfach: Wir lassen uns zu viel von außen beeinflussen!
Natürlich brauchen wir Informationen, denn wie sollten wir sonst wissen, was es alles gibt. Auch sind wir dringend auf die Ratschläge und Erfahrungen unserer Umgebung angewiesen, denn je mehr wir uns informieren, desto klarer wird unsere Sicht. Aber all diese äußeren Informationen sind nur Teilaspekte. Das Wichtigste sind wir selbst. Nur wenn wir den Mut haben, uns in den Mittelpunkt zu stellen, können wir eine erfolgreiche Studien- & Berufswahl treffen.
Wir sollten uns immer daran erinnern, dass es hier um unsere Zukunft geht, und dass wir es sind, die jeden Morgen aufstehen müssen, um in die Vorlesung oder zur Arbeit zu gehen. Wenn uns bereits am Abend der Gedanke an das Aufstehen am nächsten Tag Bauchschmerzen bereitet, haben wir eine falsche Entscheidung getroffen. Deshalb müssen wir die Zügel unseres Lebens selbst in die Hand nehmen, denn wenn wir das nicht tun, dann können wir auch die Richtung nicht mehr bestimmen.
Und wo liegt jetzt das Problem? Genau bei den Zügeln, denn die geben wir nur allzu leichtfertig aus der Hand. Und wer nimmt sie? Da sind vor allem unsere Eltern. Sie haben den größten Einfluss auf unsere Berufswahl, und zwar zu mehr als 50%. Meistens sind sie sich dessen nicht bewusst, und wir natürlich auch nicht. Wenn man 15 oder mehr Jahre mit jemandem zusammenlebt, übernimmt man Meinungen, besonders von Personen, die man liebt, also von unseren Eltern. Wenn deren Meinungen auf uns zutreffen, ist das gut, aber viel zu oft ist das nicht der Fall. Man braucht nur einmal unsere Eltern mit unseren Großeltern zu vergleichen. Was unserem Opa wichtig ist, interessiert unsere Mutter vielleicht überhaupt nicht. Dennoch war unsere Mutter der jahrelangen Berieselung ihres Vaters ausgesetzt, und das hatte natürlich auch Folgen für ihre Berufswahl. Wir unterliegen den gleichen Beeinflussungen.
Es sind nicht nur unsere Eltern, auch unsere Freunde, die Modeberufe, die Medien, die Schule und selbst die Firmen an unserem Wohnort verleiten uns zu Entscheidungen, die mit unseren Talenten, Interessen und Träumen wenig zu tun haben. Dennoch: Äußere Einflüsse, und besonders die unserer Eltern, sind eine Bereicherung. Wir müssen nur richtig damit umgehen. Es ist genau wie auf dem Wochenmarkt. Dort will uns auch jeder seine Ware anbieten. Wir sollten uns zwar über die reiche Auswahl freuen und uns vielleicht beraten lassen, aber was wir wirklich brauchen, das steht auf unserem Einkaufszettel. Und wie kommen wir zu unserem Einkaufszettel?
Das ist ganz einfach, denn den haben wir in aller Ruhe zu Hause geschrieben. Ein Blick in den Eisschrank, und wir wissen, was fehlt, dann vielleicht wieder einmal einen Blumenstrauß oder neue Glühbirnen, Dinge, die wir brauchen. Deshalb wird unser Einkaufszettel auch ganz anders aussehen als der unseres Nachbarn oder jeder anderen Person auf dem Wochenmarkt. Und genau so sollten wir bei der Studien- & Berufswahl vorgehen.
Jede erfolgreiche Studien- & Berufswahl beginnt bei uns selbst. Nur wenn wir unsere Talente, Interessen und Träume in unseren Beruf einbringen können, haben wir unseren Traumberuf gefunden. Deshalb müssen wir uns ernst nehmen und versuchen, etwas mehr über uns selbst zu erfahren. „Erkenne dich selbst“, empfahl Plato seinen Griechen, und das trifft mehr als 2.000 Jahre später auch auf uns zu. Leider müssen wir dafür etwas aktiv werden, denn herauszufinden, wer wir sind und was wir wirklich wollen, ist nicht so einfach. Aber wenn wir uns dafür so viel Zeit nehmen wie für den Führerschein, dann sind wir einen großen Schritt weiter.
Ein ruhiges Plätzchen am See, im Stadtpark oder im Café wird uns in die richtige Stimmung versetzen, um uns zu fragen, womit wir uns wirklich gerne beschäftigen wollen und was wir vom Leben erwarten. Die Antworten müssen wir auf Papier festhalten, denn nur so erhalten wir unseren Einkaufszettel. Wenn wir uns diese Zeit drei- oder viermal nehmen, werden wir uns viel klarer darüber sein, was uns wirklich wichtig ist und was wir unbedingt vom Leben erwarten, um glücklich zu sein. Das wird uns eine Richtung geben, und wir werden äußere Einflüsse besser hinterfragen können. Dadurch werden wir die Zügel unseres Lebens fester in der Hand halten und selbst bestimmen, wohin unsere Reise geht.
Berufs- und Studienwahl - ein Kinderspiel? Nein! Aber wir haben alle Spielzeuge in der Hand, wir müssen nur anfangen, damit zu spielen.
(1) HIS Studie Mai 2008 und stat. Bundesamt
|
Das eigene Schiff auf Kurs bringen | Dabei sein ist nicht alles
|
|